Wie verändert sich das Verhalten der Verbraucher? Welchen Stellenwert werden Umweltschutz und soziale Verantwortung künftig haben? Was bedeutet das für die Produzenten vor Ort? – Diese und andere Fragen standen im Mittelpunkt des Informationsabends, den die GASA Group Germany in Kevelaer für die hiesigen Produzenten veranstaltete. 

 Informationsveranstaltung bei GASA Group Germany zog zahlreiche Lieferanten an

Fast 190 Lieferanten aus ganz Deutschland kamen, um sich aus erster Hand über die steigenden Anforderungen in Bezug auf Nachhaltigkeit zu informieren. Das Ziel der Einladung der GASA Group Germany war eindeutig: Es ging darum, den direkten fachlichen Austausch zwischen Lieferanten und Kunden der GASA zu fördern. Als Referenten waren Hans Reijngoud von Intratuin, Ina Reinders von Blume 2000, Markus Baumgärtner von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen und Remco Jansen von MPS angetreten, um das Thema Nachhaltigkeit aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Ihr gemeinsamer Tenor: die Nachhaltigkeits-Anforderungen bei der Produktion im Gartenbau werden in Zukunft spürbar steigen.

„Unsere Lieferanten sind in puncto Nachhaltigkeit bereits gut aufgestellt. Aber die Verbraucher und die Gesellschaft verlangen immer mehr“, erläutert GASA-Geschäftsführer Michael Bongers den Hintergrund der Veranstaltung. Die geänderten Rahmenbedingungen bewegen natürlich auch den Handel, der auf diese Entwicklung reagiert und seine Lieferanten mehr und mehr auffordert, nachhaltiger zu produzieren. „Wir möchten dieses Thema mit unserer Veranstaltung frühzeitig aufgreifen und unsere Gärtner langfristig dabei unterstützen, stets auf dem neuesten Stand zu sein“, so Bongers.

Ein Weg zu mehr Transparenz – und somit zu mehr Vertrauen von den Endabnehmern der Pflanzen - führt über unabhängige Zertifizierungen. Da waren sich alle Referenten einig. Bislang fehle es in der Branche jedoch an einheitlichen Regelungen. Betriebliche Umstände würden zwar unter die Lupe genommen, die biologische Komponente teilweise aber noch zu wenig oder zu oberflächlich beachtet. Von Pflanzenkäufern hingegen würde diese aber immer stärker nachgefragt. Detailliertere Dokumentationen, beispielsweise hinsichtlich der bei der Pflanzenproduktion eingesetzten Mittel, seien zunehmend wichtig.

Markus Baumgärtner von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen machte dabei den Anfang und erläuterte, worum es beim Thema Nachhaltigkeit eigentlich gehe – nämlich schonend mit Ressourcen umzugehen. Er stellte die Initiative einer Arbeitsgruppe vor, in der sich schon einige Produzenten zusammengetan haben, um diesem Ziel gemeinsam näher zu kommen. Die GASA Group Germany ist dort ebenfalls Mitglied und unterstützt die Arbeitsgruppe als Vermarkter.

Hans Reijngoud von Intratuin machte anschließend deutlich, was dem Handel wichtig ist: „Grün muss Grün sein“, lautete seine Parole, mit der er verdeutlichte, dass die Produkte ihr Versprechen, die Welt ein wenig grüner zu machen, auch einlösen müssten. „Wir verkaufen nicht einfach nur Pflanzen, wir verkaufen Glück“, appellierte er an die Zuhörer, die seinem Vortrag gespannt folgten.

Um die konkrete Zertifizierung von Betrieben ging es im Vortrag von Remco Jansen, der das Zertifikat MPS vorstellte. Er machte deutlich, dass MPS letztlich aus einer Initiative der Produzenten hervorgegangen sei und sich bis heute auch so verstehe. In der Diskussion mit dem Publikum ging Jansen auch auf viele Fragen nach dem Umgang mit Daten ein.

Das Schlussreferat hielt schließlich Ina Reinders von Blume 2000, die noch einmal die Sicht des Verbrauchers beleuchtete. „Viele Dinge wie Wuchs und Farbe kann der Verbraucher sehen, aber andere Dinge wie die Herkunft oder Anbauweise der Pflanze sind für den Konsumenten eine Black Box“, so Reinders. „Damit geben sich aber immer weniger Kunden zufrieden“, so die Expertin. Viele Endverbraucher würden die Dinge aus der „Black Box“ hinterfragen und nach Antworten verlangen.

Nach den aufschlussreichen Referaten mit vielen neuen Informationen nutzten zahlreiche der fast 190 Teilnehmer die Möglichkeit, miteinander zu diskutieren. „Wir werden den fruchtbaren Austausch auf der nun folgenden IPM in Essen und auf unserer zeitgleich stattfindenden Hausmesse sicherlich fortführen und weitere Rückmeldungen einholen“, so Michael Bongers. „Weil die Veranstaltung sehr gut angenommen wurde, denken wir aber schon heute darüber nach, in Zukunft regelmäßig ein solches Forum in unserem Hause anzubieten.“

Weitere Videos und Statements zu der Veranstaltung finden Sie HIER

    

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